Unser Veranstaltungsraum in der Senioren-Residenz war entsprechend der Karnevalzeit mit Girlanden und bunten Luftballons ausgeschmückt.

Herr Jörg Gudzuhn, wohnhaft in Neuenhagen, las uns aus dem schriftstellerischen Schaffen Stefan Heyms vor. Stefan Heyms Lebensdaten umfassen die Jahre 1913 bis 2001. Seine Ruhestätte fand er auf dem Jüdischen Friedhof in Weißensee. Er war ein sozialkritischer Schriftsteller.

Wir hörten Ausschnitte aus „Immer sind die Weiber weg“ und „Immer sind die Männer schuld“.

Er widmete Geschichten, mit Humor geschrieben, seiner Frau. Er schreibt ideenreich und man könnte daraus folgern; Frauen wollen gern viele Eindrücke wahrnehmen, beweglich sein, aus Beengtheit herauskommen, ihre Träume erleben und verwirklichen.

Stefan Heym beschreibt, wie er in der Lage ist, den Geduldsfaden so zu ziehen und zu beanspruchen, so dass er nicht zerreißt. Die Pointen seiner Geschichten sind so, dass es immer wieder nach langem Warten ein freudiges Wiedersehen gibt.

Man fragt sich mitunter, was das Wort „Wegsein“ wohl bedeutet?! Es ist unterschiedlich definierbar, bedeutet aber auch eine erneute Ankunft in den vertrauten Alltag mit seinen besonderen Episoden und teilweisen Unannehmlichkeiten.

Die Gattin Stefan Heyms empfand Freude und Zuversicht beim Lesen seiner niedergeschriebenen Gedanken.

Herr Jörg Gudzuhn versäumte nicht, uns den Schriftsteller Hans Fallada zu vergegenwärtigen. Bei Hans Fallada stand kleinbürgerliches Leben im Mittelpunkt.

Wir hörten einen Ausschnitt aus dem Schaffen Falladas, hier sinngemäß niedergeschrieben.

Die Öffentlichkeit sollte ausgeschlossen werden bei den Sitzungen des Senats, der sieben älteren Herren in weinroten Roben. Aber eine Großmutter und gleichzeitig Schwiegermutter drang in den Saal ein, wollte sich an den Abhandlungen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren „ergötzen“ und durch besonders höfliche Knickse beeindrucken. Glücklicherweise wurde sie trotz ihrer Zuwiderhandlung, nach Meinung des damaligen Gerichtswesens, mit Höflichkeit von einem Gerichtsdiener aus dem Saal geführt.

Solche Episoden gab es eben auch zu Falladas Zeiten, ohne Tumulte, aber auch ohne kritische Stimmen aus der Öffentlichkeit.

Beim aufmerksamen Zuhören hatte man das Gefühl des Entstehens zeitkritischen Gedankengutes.

Es war schön für unsere Mitglieder und Gäste, sich beim Zuhören zu entspannen.

Die anschließende Tanzmusik, von Herrn Klaus Kuschel eingeleitet, diente in angenehmer Atmosphäre unserer Gesundheit und Ausgeglichenheit als Ausdruck der Lebensfreude.

 

 

H. Sommer

 

 

 

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